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Cyber-Kriminalität wird professioneller

Copyright © Neue Westfälische 2016
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[Artikel vom 16.03.2016 von Sabine Kauke]



Schädlinge im Netz: Auch Paderborner Unternehmen werden häufiger von Computer-Hackern erpresst und sollen Lösegeld für die Entschlüsselung der Dateien zahlen. Mitarbeiter müssen sich Mails genau anschauen

Paderborn. Immer öfter gibt es Hackerangriffe auf Computersysteme von Behörden, Unternehmen und sogar Kliniken. Erst vor kurzem hatte ein Computervirus ein Krankenhaus in Neuss bei Düsseldorf fast lahmgelegt. Auch an der Pader ist man gewarnt.

"In diesem Jahr sind uns in Paderborn bisher ein Unternehmen und eine Institution als Opfer von Schadsoftware bekannt", sagt Michael Biermann, Sprecher der Paderborner Polizei. Doch Privatleute seien ebenfalls betroffen.

Verschlüsselungs-Trojaner, sogenannte Ransomware, existieren in unzähligen Varianten und werden breitflächig zigtausendfach verteilt. Beispielsweise befindet sich der Virus in Mail-Anhängen, unterläuft durch Täuschungsmaßnahmen den Virenschutz und breitet sich im System aus. Dort verschlüsselt die Schadstoffsoftware die Nutzdaten - und für deren Freigabe fordern die Hacker dann Lösegeld. Nicht selten sind die kriminellen Erpresser damit erfolgreich: Oft zahlen Unternehmen, um Kundendaten zu retten, und schweigen aus Angst über ihren guten Ruf über solche Cyber-Attacken.

"Wir stellen derzeit eine qualitative Veränderung solcher heimtückischen Angriffe fest", informiert Uwe Jacob, Direktor des Landeskriminalamtes NRW in einer gemeinsamen Presseerklärung mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), der Staatsanwaltschaft Köln und Voice, Bundesverband der IT-Anwender. Betroffene sollten unbedingt Strafanzeige bei der Polizei erstatten, damit die Taten verfolgt und aufgeklärt werden könnten. Und überall sei die IT-Sicherheit zu erhöhen und Vorsorge zu betreiben.

"Wir sind gut abgesichert", sagt Bernd Kürpick, Geschäftsführer der GKD. Das Kommunale Rechenzentrum im Technologiepark übernimmt die Informations- und Datenverarbeitung für die zehn Städte und Gemeinden im Paderborner Kreisgebiet sowie darüber hinaus für weitere Kommunen. Insgesamt sind an das GKD-Netz rund 5.000 Endgeräte angeschlossen.

Auch Bernd Kürpick beobachtet, dass Cyber-Angriffe sowohl hinsichtlich der Anzahl als auch in Bezug auf Komplexität sowie Professionalität zunehmen. Ein Schadensfall sei bei der GKD bislang aber nicht zu beklagen. "Bei uns greift ein mehrstufiges Sicherheitskonzept, um Angriffe abzufangen." Außerdem sei man gut vernetzt und tausche sich in Sachen IT-Sicherheit regelmäßig mit anderen Rechenzentren im Dachverband Kommunaler IT-Dienstleister aus.

»Locky ist bei unseren Kunden ein großes Thema«

Ebenfalls wichtig sei die Sensibilisierung von Mitarbeitern: So sollten Mails oder Mailanhänge unbekannter Absender nicht geöffnet werden. Privaten Nutzern empfiehlt Bernd Kürpick, stets ihre Anti-Virensoftware zu aktualisieren.

"Locky", so der niedliche Name für den jüngsten aggressiven Trojaner, "ist bei unseren Kunden ein großes Thema. Wir hatten viele Anrufe", sagt Stefan Görtz, Teamleiter Support Services beim Paderborner IT-Unternehmen Janz. Auf der Homepage informiert Janz IT und gibt Tipps zum Umgang mit diesem und anderen Schädlingen im Netz. "Wir setzen bei IT-Sicherheit immer auf mehrstufige Lösungen und niemals nur auf einen Anbieter", betont Stefan Görtz. Und auf sogenannte Filtersysteme, die bestimmte Datenanhänge gar nicht erst zulassen, sondern mit Links arbeiten. Beschäftigten an PC-Arbeitsplätzen rät Görtz, bei zweifelhaften Mails zunächst Rücksprache mit der EDV-Abteilung des Unternehmens oder der Institution zu halten.

"Unsere IT-Leitung ist auf Zack und betreibt Vorsorge", betont Annekathrin Kronsbein, Leiterin Kommunikation und Marketing im Paderborner St. Vincenz-Krankenhaus. Man habe auf die jüngsten Angriffe reagiert. Die IT-Sicherheitsmaßnahmen seien aufgerüstet und der Virenschutz erweitert worden, um zu verhindern, dass Gleiches wie in Neuss passiere. "Auch die Mitarbeiter sind sensibilisiert", sagt Annekathrin Kronsbein. "Das Thema ist präsent."

© 2016 Neue Westfälische
[Artikel vom 16.03.2016 von Sabine Kauke]  


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